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Und das Karussell dreht sich weiter und weiter. 
Mit Geburt der Plazenta beginnt das Wochenbett.
Zeit, Ruhe und gutes Essen braucht es vor allem.

Wochenbett, Stillberatung, Laser, Erlenbach, Herrliberg, Meilen, Männedorf, Egg, Oetwil am See

Netzhöschen & Co- gut vorbereitet sein

In der Schwangerschaft wird alles organisiert, 

vom Kinderwagen über Bodys in allen Farben und Grössen bis zur Wundschutzsalbe. 

Aber was braucht es im Wochenbett für die Wöchnerin? 

Nicht viel, aber ein paar Basics wären oft hilfreich, wenn sie schon da wären:

  • Wochenbettbinden ohne Polyesterschicht, Plastik hilft nicht beim Heilen, dient gerne noch als Nährboden für vieles. 
  • Intimdusche, ist wunderbar bei jedem Toilettengang, man fühlt sich gerade wohl (z.B. von Bidelity)
  • Olivenöl und ätherisches Lavendelöl -> Olivenöl und einen Tropfen äther.Lavendelöl auf die Wochenbettbinden geben und in den Gefrierschrank geben, im Wochenbett dienen sie wunderbar als Kühlung für den Dammbereich; Achtung Olivenöl nicht zu reichhaltig auf die Binde geben, sonst ist das Olivenöl im Wochenbett nachher überall. 
  • Rosenhydrolat, gut bei wunden Brustwarzen, Dammverletzungen, Kaiserschnittnaht und auch bei einem wunden Babypo ein Klassiker (z.B. von der Bahnhofsapotheke Kempten) 
  • Bequeme Baumwollunterhosen oder Netzhöschen 
  • Sitzbad (z.B. von der Bahnhofsapotheke) 
  • Silberhütchen (können auch bereits vor der Geburt ab und zu getragen werden) 
  • Stilleinlagen (kein Polyester) 
  • Die Vakuum-Milchpumpe von Haakaa kann beim Milcheinschuss sehr hilfreich sein 
  • Kalt-Warm Kompressen (z.B. Busenfreundinnen von Kaiserschlüpfer) können in der Stillzeit immer hilfreich sein 
  • Auslaufsichere Trinkflasche (Beim Stillen hat man häufig grossen Durst und so gehört eine Trinkflasche unbedingt in den Stillkorb) 
  • Stillkugeln/ Energiekugeln vorbereiten, können beim Stillen Leben retten 😉 
  • Stilltops 
  • Bequeme und luftige Kleidung, in den ersten Tagen sind viele Wöchnerinnen von grossem Schwitzen begleitet. 
  • Gute Mahlzeiten im Tiefkühlschrank, wenn es an manchen Tagen mal nicht mit dem frisch kochen klappt 
  • Sollte keine Zeit zum Kochen da sein, weil es manchmal anders kommt, als man es sich vorstellt, kann man sich eventuell einen Wochenbettservice schenken lassen. (z.B. mothersfinest aus München oder theherbalmoonkitchen) 
  • wenn Neugeborenenfotos gewünscht sind, eine/n Fotograf/in wählen, der/die nach Hause kommt.

 
(unbezahlte Werbung.)
Foto von Helen von Saurma

Wochenbett, Hebamme, Küsnacht, Maur, Forch, Egg, Geburt

Irgendwann. Gegenseitig.

Bei unseren Vorgesprächen lernen wir unsere Frauen und ihre Partner/in kennen.
Bekommen einen ersten Eindruck. Gegenseitig.

Durch die Schwangerschaftsvorsorge bekommen wir dann auch noch ein besseres Gespür füreinander.
Gegenseitig.

Und dann begleiten wir unsere Familien im Wochenbett ab Tag eins nach Spitalaustritt.
Über einen Zeitraum von 56 Tagen nach der Geburt.
Wir begleiten sie in einer der wohl aufregendsten Zeiten.
Voller achterbahnfahrender Gefühle.
In einer Zeit, die intensiver und intimer einfach nicht sein kann.

Für uns ist die Entwicklung spannend.
Da ist die Frau. Schwanger.
Und mit der Geburt ist da eine Frau, eine Mutter, eine Familie.
Diese Transformation - einzigartig.

Wir stehen mit Rat und Tat zur Seite.
Wir untersuchen, trösten, wiegen, beobachten, pflegen, beraten, hören zu.

Und irgendwann ist unsere Arbeit getan.
Nehmen Abschied und gehen weiter.
Nicht immer leicht.
Gegenseitig.

#schwangerschaftsvorsorge
#wochenbett
#zürisee
#zürich
#hebammenamsee

Foto von Helen von Saurma

Katrin Preisshofen Kristin Jost Hebamme Hausgeburt Geburtsvorbereitung Hombrechtikon Babymassage

Oh Baby- so schlaf doch. 

Die Nacht kommt.
Und mit ihr häufig die grosse Unruhe.
Die Kleinen nesteln, bewegen sich suchend, wirken unruhig und schlafen gefühlt nur auf Mama oder Papa gut.
Kaum das schlafende Baby wieder im eigenen Bettchen abgelegt,
geht es von vorne los.
Warum?
Warum kann mein Baby nicht schlafen?
Wieso braucht es mich zum einschlafen?
Kann es das nicht allein?
Warum wacht es nachts ständig auf?
Es ist kein Fehler im System,
keine Laune der Natur.
Neugeborene und Babys sind maximal schutzbedürftig und das nächtliche Aufwachen sichert ihr Überleben.
Natürlich leben wir nicht mehr in Höhlen und auch schleichen nachts keine Säbelzahntiger mehr um uns herum, aber das Gehirn des Kindes ist noch immer darauf gepolt.
Ein Neugeborenes fühlt sich am sichersten bei Mama oder Papa.
Denn dort gibt es Nähe, Liebe, Oxytocin, Schutz und so kann das eigene Überleben gesichert werden.
Der Magen ist noch recht klein, so braucht es zudem häufige Stillmahlzeiten.
Mit jedem Stillen bekommt es auch Melatonin über die Muttermilch und schläft darüber wieder schneller ein.
Das Schlafhormon können Neugeborene in den ersten 8-10Wochen noch nicht bilden.
Für ein Neugeborenes hat es also nur Vorteile, nachts aufzuwachen.
Tja und jetzt?
Was hilft es, wenn ich den Babyschlaf verstanden habe?
Wie finden wir als Familie zu einem guten Schlaf? Das Familienbett kann eine Möglichkeit für einen guten Schlaf sein.
Kein nächtliches Aufstehen- so kann schnell wieder weiter geschlafen werden.
Herzschlag, Atmung und auch die Temperatur regulieren sich gegenseitig - häufig wacht die stillende Mama schon vor dem grossen kindlichen Hunger auf und es kann im Halbschlaf gestillt werden.
Jetzt kommt noch die grosse Angst vor dem Verwöhnen.
Mit Liebe und Geborgenheit kann man nicht verwöhnen. Punkt.
Je mehr Nähe, je schwieriger wird es, alleine in den Schlaf zu finden?
Lassen wir doch die Babys in unserer Welt ankommen, sie sind kompetent geboren und zeigen, was sie brauchen.
Ihre Bedürfnisse.

Vielleicht fangen wir an, uns zu hinterfragen, warum wir das Co-sleeping ablehnen:
- Angst
- Verwöhnen
- eigene Erschöpfung
- andere Themen?
Und für all das können Antworten und Lösungen gefunden werden.
Fragt gerne eure Hebamme.



Foto von Helen von Saurma

Trauer im Wochenbett

(Triggerwarnung Kindstod)

Yuri. 
 
Anfang des Jahres lernte ich eine wundervolle Frau zum Vorgespräch für die Wochenbettbetreuung kennen. 
Zu diesem Zeitpunkt ahnte ich wirklich nicht, mit welch einer unglaublichen Stärke sie und ihr Mann ausgestattet sind. 
 
In der 30.SSW fand man heraus, dass ihr Baby nicht ganz gesund ist. Was genau fehlte und in welcher Ausprägung, wusste zu diesem Zeitpunkt noch keiner genau. 
 
Die Tage waren nun gefüllt von Angst, 
Sorge und unendlich vielen Tränen. 
Viele Untersuchungen später war klar, 
dass ein seltener und schwerer Gendefekt zu Grunde liegt. 
 
Den Eltern wurde angeboten, 
dass sie die Schwangerschaft jederzeit abbrechen könnten. 
Sie entschieden sich jedoch für einen anderen Weg. 
Einen auf den ersten Blick vielleicht steinigeren. 
Die palliative Sterbebegleitung. 
 
Wöchentliche Fruchtwasserpunktionen, um das „Zuviel“ an Fruchtwasser abzulassen, regelmässige Ultraschallkontrollen, Termine beim Psychologen, viele Tränen, Kontakt mit Kindsverlust und auch mit dem Palliativteam, viele Gespräche später, wurde Yuri rund um den errechneten Termin ruhig und sanft im Wasser geboren. 
Im Familienzimmer konnte der kleine Mann ankommen. 
Mit viel Hautkontakt und viel Liebe. 
Familie und Freunde kamen, um Yuri in dieser Welt zu begrüssen. 
 
Ein paar Tage später kam die Nachricht, dass Yuri und seine Eltern nach Hause gehen. Unplanmässig. 
Aber für die Familie so wichtig. 
Wollten sie ihrem Sohn sein Zuhause zeigen. 
Making memories. 
 
Er schenkt seinen Eltern Momente des Glücks und Wärme. 
Und wenn Yuri bereit ist, zu gehen, dann tut er das erfüllt von Liebe, Geborgenheit und der Gewissheit, dass etwas von ihm bleibt. 
 
Ich lernte Yuri an einem sonnigen Tag kennen. 
Inmitten seiner Familie. 
Was ich sah, war Trauer. 
Ganz viel Sorge und viele Tränen, aber auch den stolzen und verliebten Blick, den man als Mama und Papa einfach hat. 
Was ich sofort spürte, war die unendliche Liebe von Yuri’s Eltern. Für Yuri. 
 
Er hat einen ganz festen Platz in dieser Familie. 
In den Herzen. 
 
Yuri darf entscheiden, 
wann er die Augen für immer schliesst. 
Er bekommt Morphin, damit er keine Schmerzen leiden muss. 
Eine Hebamme von Kindsverlust, eine Psychologin, Palliativpfleger und auch eine Kinderärztin stehen der Familie zusätzlich zur Wochenbettbetreuung durch uns zur Seite. 
 
Für Yuri‘s Familie ist dieser Weg ein sehr schmerzhafter, zehrender, aber gleichzeitig auch ein sehr sehr heilsamer und das Herz nährender Weg. 
Würde man die Zeit zurückdrehen, 
sie würden sich genau wieder für diesen entscheiden. 
 
Jede Familie mit einem ähnlichen Schicksal muss eine eigene Entscheidung treffen, welchen Weg sie gehen. 
Diese muss nicht sofort oder übereilt getroffen werden. 
Die palliative Sterbebegleitung von Neugeborenen kann ein Weg sein. 
 
Yuri, kleiner starker Kämpfer. 
Auch in meinem Herzen hinterlässt du Spuren. 
Ich wünsche dir eine gute Reise. 
Deine Hebamme Kristin

(Das Foto wurde uns von der Familie zur Verfügung gestellt.)

 

Brief an meinen geliebten Enkel
(Triggerwarnung Kindstod)


Eine Grossmutter schreibt über ihren Verlust.
 

Katrin Preisshofen, Schwangerschaft, Stillberatung, Laser, Akupunktur

Es ist ok, wenn es nicht ok ist.

Es ist ok, wenn es nicht ok ist.

Socialmedia ist toll, schön, schnell, interessant etc.
Es zeigt das Leben.
Es zeigt die Realität vieler verschiedener Menschen.

Aber ist dem wirklich so?
Ist es Realität?

Wir sehen die Mama frisch aus dem Spital entlassen, die Figur wie aus den Modemagazinen.

Wir sehen die glückliche Familie in einem glänzenden Wohnzimmer.

Wir sehen Bilder von den süssesten Babys, schlafend mit Stirnbändchen und Blumen im Haar.

Was wir tagtäglich in unserer Arbeit sehen, sind Frauen, die geboren haben. Mit einem schönen Bauch, der nun eine Geschichte erzählt.
Rückbildung braucht Zeit.

Wir sehen Familien, wo es nicht immer picobello aussieht. Das Haar nicht gemacht, die Dusche heute noch nicht gesehen.
Es sieht nach Wochenbett aus.
Das Ankommen in einer neuen Konstellation, in einer Familie braucht Zeit. Da fehlt es manchmal an anderen Enden.

Wir hören die verzweifelten Anrufe, weil das Baby die Abende durch weint. Weil es nicht immer alles wunderbar schön ist.

Socialmedia ist nett.
Aber es zeigt eben nicht alles.
Und manchmal zeigt es auch nicht die Wahrheit. Ziemlich oft sogar.

Diese Bilder erzeugen einen wahnsinnigen Druck.
Auf junge Eltern, junge Mütter und Väter, auf unsere Gesellschaft.

Was wirklich zählt, ist, wie du dich fühlst. Und es ist tatsächlich ok, wenn du dich mal nicht ok fühlst.
Man darf die Zeit anstrengend finden.
Und allen anderen geht es auch so- auch wenn sie es auf ihren InstaProfilen nie zugeben würden.

Der Druck ist hoch. Lasst euch nicht blenden.

#glaubenichtalles
#socialmedia
#nichtallesistgoldwasglänzt
#wochenbett
#hebammenamsee

📸 @helenvonsaurmaphotography